Inklusive Ausbildung im Handwerk:
Inklusion als Teil unserer DNA
Wenn man will, geht es – und zwar überall. Wie eine Kfz-Werkstatt in Troisdorf berufliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt gelebte Realität werden lässt.
Kurz & knapp: Was dieses inklusive Ausbildungsprojekt ausmacht
- Zeigt, dass inklusive Ausbildung im Handwerk und Mittelstand ohne Konzernstrukturen möglich ist.
- Macht berufliche Teilhabe auf dem ersten Arbeitsmarkt konkret erlebbar.
- Gibt praxisnahe Orientierung, wie Inklusion mit Haltung und gegenseitiger Unterstützung gelingt.
Vom klassischen Kfz-Betrieb zur inklusiven Werkstatt
Der Impuls für das Konzept kam aus dem eigenen Leben: "Wir haben selbst einen Sohn mit einer sogenannten geistigen Behinderung, der aber in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung arbeitet und für den der erste Arbeitsmarkt auch nichts wäre", erzählt Sandra Wörtz, Assistenz der Geschäftsleitung bei Wörtz-Car-Works GmbH.
Gleichzeitig begleitet sie beruflich Menschen mit Lernschwierigkeiten und psychischen Erkrankungen, wobei sie feststellte, dass viele von ihnen deutlich mehr Potenzial mitbringen. "Irgendwann habe ich mir gesagt: Es muss einen anderen Weg geben und es kann nicht immer der Weg aus der Förderschule in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) sein."

Fingeralphabet an den Werkzeugwagen: Kommunikation im Alltag ist vielseitig!
Als das Ehepaar beschloss, einen eigenen Kfz-Betrieb zu gründen, war klar: Es sollte kein Betrieb "wie jeder andere" werden. "Wir haben gesagt: Lass uns doch einfach aus der normalen Kfz-Werkstatt einen Inklusionsbetrieb machen und schauen, wie wir das stemmen könnten."
So gelingt inklusive Ausbildung im Handwerk – 3 Tipps aus der Praxis
Früh vernetzen
Kontakt zu Handwerkskammer, Inklusionsamt und Agentur für Arbeit suchen.
Arbeitsplätze anpassen
Arbeitsplätze an Menschen anpassen, nicht umgekehrt. Barrierefreiheit praktisch denken.
Haltung zählt
Offenheit im Team ist wichtiger als perfekte Vorkenntnisse.
Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt – bewusst anders
Von Beginn an suchten die Wörtz’ aktiv Unterstützung bei Trägern und Behörden. An einem "runden Tisch" mit Inklusionsamt und Handwerkskammer wurde schnell klar: Der Bedarf ist da, doch viele Betriebe zögern aus Unsicherheit.
Der nächste Schritt war konsequent: nicht nur Beschäftigung, sondern vollwertige Ausbildung. Seit dem 1. September absolviert Azubi Niko seine Ausbildung zum Fahrzeugpfleger – betrieblich auf dem ersten Arbeitsmarkt, nicht trägergestützt. Er besucht eine Regelberufsschule und wird dort durch Gebärdensprachdolmetschende begleitet.
"Mein Tipp: Nicht aufgeben! Immer weiter versuchen, bis man es geschafft hat."
Barrierefreiheit als Haltung – nicht als Nachrüstung
Barrierefreiheit wurde beim Einzug in die neue Werkstatthalle von Anfang an mitgedacht. "Wir haben unsere Mitarbeiterin im Rollstuhl, Melanie Fischer, gebeten, wirklich alles Probe abzufahren, um zu schauen, wo kommt denn ihr Arbeitsplatz hin."
Nicht die Mitarbeitenden mussten sich anpassen – sondern der Arbeitsplatz. "Wir haben entschieden nicht festzulegen, wo welcher Schreibtisch steht, sondern wir haben gesagt, wir passen das ihrer Behinderung an."

Teamarbeit auf Augenhöhe: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten selbstverständlich zusammen.

Unsere Werkstatthalle in Troisdorf – barrierefrei konzipiert & modern ausgestattet.
Ein Signal an Handwerk und Mittelstand
Gerade kleine und mittelständische Betriebe haben riesiges Potenzial. Sandra Wörtz betont: "Die Betriebe sollten nicht immer sagen, es geht nicht. Es gibt für alles eine Lösung. Man muss es nur wollen und den Mut haben."
Ausgezeichnete Meisterqualität & Zertifikate
Unabhängig geprüfte Fachbetriebe für Karosserie, Lackierung, Hochvolt-Elektromobilität sowie anerkannte Vorreiter für Inklusion auf dem 1. Arbeitsmarkt.










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